auch wenn wir uns ein wenig verbiegen, so brechen wir nicht

Für die Sommerausstellung «Grenzenlos» am Kulturort Weiertal habe ich eine ortsspezifische Installation im Park realisiert. Zwischen, auf und um die Obstbäume schmiegen sich lange und gedehnte Körper. Diese Körper wurden aus beige-braunen Strumpfhosen unterschiedlicher Garnstärken geformt. Das auf elektronisch gesteuerten Webmaschinen produzierte Gewebe bildet die Basis meiner Arbeit – in Verbindung mit Epoxidharz zählt es zu den Hauptmaterialien. Hinzu kommen Schuhe, die zum Teil mit Kies gefüllt sind. Durch die Mischung und Verbindung der Materialien sowie deren Eigenschaften sind absurde und bizarre Körper entstanden, welche unter freiem Himmel der Natur ausgesetzt sind. Das ausgehärtete Harz erhöht die Transparenz des Strumpfgewebes und hält mit den Ästen die Körper aufrecht oder lässt die horizontale Dehnung erstarren. So fein die Polyamidfasern und das Gewebe sind, so zerbrechlich sind die Strümpfe mit dem ausgehärteten Harz. Die Umwelteinflüsse wie das Sonnenlicht, der Wind, sowie die Temperatur werden während der Ausstellungsdauer aufzeigen, ob sie bei diesen leicht zerbrechlichen Körpern Wunden hinterlassen werden. Mit dieser Arbeit entnehme ich den Strumpfhosen die Funktion als Kleidungsstück, das wie kein anderes Modeaccessoire dem Körper so nah ist und sich anpasst wie eine Haut über Muskeln und Skelett. Sie wurden selbst zu Körper(hüllen), die gemeinsam für eine bestimmte Zeit ihren Platz am Kulturort Weiertal eingenommen haben.

Polyamid-Strumpfhosen, Epoxidharz, Leder-/Kunstleder-Stiefel, Kies, Obstbäume
Masse variabel, Installationsansichten, Kulturort Galerie Weiertal, Winterthur (CH)


Das Freiluftatelier

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